Sie zeigen eine alte Version dieser Seite an. Zeigen Sie die aktuelle Version an.

Unterschiede anzeigen Seitenhistorie anzeigen

« Vorherige Version anzeigen Version 5 Nächste Version anzeigen »

  • (Warnung) Erstellung durch die HS Osnabrück 


Seitenhierarchie

Diese Seiten (Hintergrundinformationen sowie untergeordnete Seiten) werden jetzt nicht unter eine Version des MIO dargestellt, sondern übergreifend. Zur besseren Handhabung des Template-Bereichs sind sie dennoch hier verblieben.

Einordnung im veröffentlichten MIO-Bereich hier analog U-Heft:

Keine Duplizierung auf Versionsebene des MIOs (siehe U-Heft):


Referenzen

Sofern auf Quellen wie Studien/Vorgaben/Gesetze etc. verwiesen wird und diese Online verlinkt werden können, die Verknüpfung einfügen über "Verknüpfung einfügen - Webverknüpfung" (nicht über das Makro MIO Icon Link). Sofern die Quellen nicht online verfügbar sind, kann mit Referenzen gearbeitet werden.

Das Phänomen chronische Wunde ist durch lange Krankheitsverläufe mit komplexen, aufwendigen und belastenden Therapien von großer gesundheitspolitischer und sozioökonomischer Bedeutung [1]. Nach einer Studie aus dem Jahr 2019 waren von 880 untersuchten Betreuten von ambulanten Pflegediensten 101 von einer chronischen Wunde betroffen. Die Prävalenz lag für den Dekubitus bei 4,6%, für das Ulcus cruris bei 4,0% [2]. Menschen mit chronischen Wunden werden von unterschiedlichen Behandelnden nacheinander oder parallel therapiert. Voraussetzung für eine gelingende Therapie ist in diesem Kontext eine gelingende Kommunikation, d. h. die zeitnahe Weitergabe relevanter Informationen zwischen den Behandelnden [3].

Vorgaben zum MIO

In Deutschland existieren keine Vorgaben in Form von Gesetzen oder Verordnungen für Überleitungsbögen zum Thema chronische Wunde. Die S3-Leitlinie Lokaltherapie chronischer Wunden der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. (DGfW) empfiehlt lediglich Maßnahmen zur korrekten Anamneseerhebung und Dokumentation [4]. Der Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden des Deutschen Netzwerks zur Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) fordert eine „inter- und intraprofessionelle Verfahrensregelung zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden“, bezieht sich in Sachen Anamneseerhebung und Informationsaustausch aber auf innerbetriebliche Strukturen und Prozesse. Er betont jedoch die Wichtigkeit der Einbeziehung von Betroffenen und deren Angehöriger in Therapieplanung und -durchführung [5].

Bei bestehenden Arbeiten ist die explizite Nennung von ausschließlichen Industrieprodukten zu vermeinden. Gibt es Vorarbeiten von Verbänden und Vereinen können diese genannt werden. Bei Lösungen/ Umsetzungen von einzelnen Kassen ist darauf zu achten, dass keine Industrieprodukte benannt werden, sondern die Lösung als Lösung der Kasse XYZ genannt wird.


Bestehende Arbeiten in Deutschland

Auf der Basis eines multimethodischen Vorgehensmodells wurde von der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e. V. ein Vorschlagsmodell für eine elektronische Wundüberleitung erarbeitet. Dabei wurden nationale und internationale Literatur und Leitlinien zum Thema Wundüberleitung und -dokumentation recherchiert, deren relevante Inhalte in einen ersten, evidenzbasierten Datensatz einflossen. Dieser wurde von ärztlichen und pflegerischen WundexpertInnen validiert und ergänzt. Dieser evidenz- und empiriebasierte Datensatz wurde als UML-Klassendiagramm modelliert, mit den führenden Wund-Fachgesellschaften DGfW, FgSKW und ICW sowie der Standardisierungsorganisation HL7 Deutschland abgestimmt und modifiziert und diente so als Vorschlagsmodell eWundbericht der Entwicklung eines MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde als Vorlage [3].

Fazit

Ein standardisiertes und fachlich konsentiertes MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde ist in der Lage, durch das Vermeiden von Informationsverlusten sowohl Kosten und Ressourcenverbrauch im Gesundheitswesen wie auch Leidensdruck für Betroffene zu senken. Das Informationsmodell für den eWundbericht bildet eine geeignete Grundlage für die Erarbeitung des MIOs.


Stand: 

Februar 2023

References

1] Herberger K et al. Nationaler Konsensus zur Wunddokumentation beim Ulcus cruris. Teil 2: Routineversorgung – Klassifikation der Variablenausprägung. Der Hautarzt, Heidelberg 2017: Springer; DOI 10.1007/s00015-017-4012-6

2] Raeder K et al. Prävalenz und Einflussfaktoren von chronischen Wunden bei Klienten von ambulanten Pflegediensten in Deutschland. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 2019 140, 14-21

3] Hübner U, Schulte G, Flemming D. Der elektronische Wundbericht als Grundlage für eine interprofessionelle Kommunikation in der intersektoralen Wundversorgung. Wund Management 2016 10 (4): 196-202

4] DGfW - Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. Lokaltherapie chronischer Wunden bei Patienten mit den Risiken periphere arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, chronische venöse Insuffizienz. URL: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/091-001.html, zuletzt aufgerufen 15.02.2023

5] DNQP – Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege. Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. 1. Aktualisierung. Osnabrück 2015: Hochschule Osnabrück