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Ziel dieser Seite ist eine möglichst genaue Darstellung aller Anwendergruppen, die im Laufe des Lebenszyklus einer Instanz (Ausprägung) des MIO mit dem MIO-Dokument arbeiten (lesen und schreiben). |
Anwendung und Anwendergruppen
- Hinweis auf "Lebensdauer" des MIO → Wird es immer weiter fortgeschrieben oder ist es nur in einem bestimmten Zeitabschnitt relevant?
- Kann das MIO mehrfach vorkommen? (Also ist es ein "Pass" wie Impfpass oder ein mehrfach mögliche Information wie Laborbefunde? )
- Wird das MIO oder Informationen daraus ggf. auch im Ausland verwendet/benötigt? (Beispiel Impfpass: Gelbfieberimpfung vor Einreise in bestimmten Ländern?) Falls ja: Abgrenzung, dass dies nicht über die ePA-Zugriffe erfolgen kann und hier andere Lösungen gefunden werden müssen.
Der Überleitungsbogen Chronische Wunde ist, ähnlich wie der Arztbrief, ein Dokument zur Informationsübermittlung zwischen den behandelnden Personen und dient in erster Linie den an der Diagnostik und Therapie chronischer Wunden beteiligten medizinischen und pflegerischen Berufsgruppen sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor:
- Haus-, Stations- und Fachärzt*innen (z. B. für Chirurgie, Phlebologie, Diabetologie etc.)
- Pflegerische Wundexpert*innen
- Pflegende allgemein
- Physiotherapeut*innen
Er beinhaltet Informationen zum Zustand einer oder mehrerer chronischer Wunden einer Person im Moment der Überleitung von einem Versorgungssetting in ein anderes und bildet gleichzeitig das medizinische und pflegerische Wissen ab.
Die Daten aus dem Überleitungsbogen Chronische Wunde gehören nach § 341 SGB V Absatz 2 Nummer 10 zur pflegerischen Versorgung und können danach in die elektronische Patientenakte (ePA) nach § 341 Absatz 1 Satz 1 eingestellt werden1. Die Nutzung des MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde ist daher innerhalb Deutschlands vornehmlich im ePA-Kontext vorgesehen (analog zum Krankenhaus-Entlassbrief), jedoch wird eine direkte Übermittlung ebenfalls möglich sein (z. B. über KIM).
Anwendung
Ähnlich wie der Arztbrief oder der Krankenhaus-Entlassbrief ist ein Überleitungsbogen Chronische Wunde eine Informationssammlung, die primär zwischen den diagnostizierenden, therapierenden und pflegenden Institutionen und Personen ausgetauscht wird. Darin enthalten sind alle relevanten Informationen zur Wundbeschreibung, zur Diagnostik, zur Therapie sowie zu patientenberichteten Informationen (Patient related Outcomes, PRO). Diese Informationen werden weitergeleitet, wenn eine Patientin oder ein Patient mit einer chronischen Wunde die Versorgungssituation wechselt. Zudem können die Informationen ausgetauscht werden, wenn sich die Patientin oder der Patient gleichzeitig in mehreren Behandlungssituation befindet. Die Situation ist in der interdisziplinären Wundversorgung üblich, wenn Patient:innen gleichzeitig ambulant fach-/hausärztlich und pflegerisch betreut werden. Ein Überleitungsbogen Chronische Wunde kann einen Austausch relevanter Informationen in Echtzeit ermöglichen.
Technologisch soll der Informationsaustausch mit dem Überleitungsbogen Chronische Wunde über die versichertengeführte elektronische Patientenakte (ePA) der gematik GmbH nach § 341 SGB V erfolgen. Als Inhalt dieser elektronischen Akte wird der Überleitungsbogen Chronische Wunde als assistiertes Medizinisches Informationsobjekt (MIO) in Zusammenarbeit zwischen der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen (Hochschule Osnabrück) und der mio42 GmbH entwickelt. Diese Entwicklung erfolgt entlang der gesetzlichen Vorgaben (z. B. insbesondere §355 SGB V) und den geltenden Richtlinien der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die Anwendung des MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde ist somit innerhalb Deutschlands vornehmlich über die versichertengeführte elektronische Patientenakte vorgesehen (analog zum PIO Überleitungsbogen). Jedoch wird zukünftig eine direkte Übermittlung über KIM ebenfalls möglich sein. Als Übergabeinstrument ist das MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde jedoch keine einrichtungsinterne, fortlaufende Dokumentation, sondern, ähnlich wie beim Arztbrief oder dem Krankenhaus-Entlassbrief, eine Informationssammlung mit einem eindeutigen zeitlichen Bezug zum Wechsel des Versorgungsszenarios einer Patientin oder eines Patienten mit einer Wunde. Vorrangig erstellen (und empfangen) die diagnostizierenden, therapierenden und pflegenden Professionen (und ihre Institutionen) den Überleitungsbogen Chronische Wunde.
Daher enthält der Überleitungsbogen Chronische Wunde insbesondere die medizinisch-pflegerischen Informationen (Diagnose und Therapie) für eine einrichtungs-, fach- und sektorenübergreifende Nutzung in der Wundversorgung nach § 341 Absatz 2 Nummer 1 SGB V und stellt einen ePA-Inhalt der Kategorie Daten zur pflegerischen Versorgung des Versicherten nach § 341 Absatz 2 Nummer 10 dar. Dies schließt jedoch die Nutzung des Überleitungsbogens Chronische Wunde in weiteren relevanten Versorgungsszenarien, wie der Heilmittelerbringung, nicht aus. Zudem sollen Gesundheitsdaten, wie patientenberichtete Informationen nach § 341 Absatz 2 Nummer 6 SGB V, Verordnungsdaten und Dispensierinformationen nach § 341 Absatz 2 Nummer 11 SGB V, Daten des Versicherten aus digitalen Gesundheitsanwendungen nach § 341 Absatz 2 Nummer 9 SGB V von den berechtigten Leistungserbringenden in das MIO eingestellt werden. Was die technischen Zugriffskonzepte (z. B. Möglichkeiten der Berechtigungsvergabe für das MIO innerhalb der elektronischen Patientenakte) betrifft, so werden diese, wie bei allen MIOs, durch die gematik GmbH Vorrangig erstellen die an der Diagnostik und Therapie chronischer Wunden beteiligten medizinischen und pflegerischen Berufsgruppen den Überleitungsbogen Chronische Wunde und sind auch dessen primäre EmpfängerInnen, wobei Informationen aus dem Überleitungsbogen auch in anderen Kontexten wie z.B. in der Ergo- / Physiotherapie nachgenutzt werden können. Auf die Daten in der ePA dürfen mit Einwilligung der Versicherten nach § 339 Personen aus verschiedenen Gesundheitseinrichtungen zugreifen (wie z. B. aus der Stationären Langzeitpflege, Ambulanten Pflegediensten, Krankenhäusern etc.)2, die zur Versorgung der Versicherten in deren Behandlung eingebunden sind, mit einem Zugriff, der die Speicherung und Verwendung oder Verarbeitung von Daten entsprechend § 352 SGB V ermöglicht, soweit dies für die Versorgung der Versicherten erforderlich ist3. Die technischen Zugriffskonzepte, d. h. die Möglichkeiten der Berechtigungsvergabe für die ePA, werden dabei durch die gematik festgelegt.
Das MIO Überleitungsbogen Chronische Wunde kann in der ePA mehrfach vorkommen. Aktualisierungen und Versionierungen werden mit der Weiterentwicklung der Wissenslage im Fachgebiet chronische Wunde regelmäßig notwendig werden., wenn mehrere Wechsel zwischen Behandlungssettings stattfinden und/oder mehrere chronische Wunden vorhanden sind.
Anwendergruppen
Für die Nutzung des Überleitungsbogens Chronische Wunde wurden die folgenden Anwendergruppen identifiziert:
- Schreibender und lesender Zugriff:
- Haus- und Fachärzt:innen (ambulant)
- Fachärzt:innen (stationär)
- pflegerische und ärztliche Wundexpert:innen/-manager:innen
- Pflegefachpersonen (Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege)
- Lesender Zugriff:
- Patient:innen
- An-und Zugehörige
- Gesetzliche Vertreter:innen, bevollmächtigte Personen
- weitere Personen aus anderen Gesundheitsberufen (z. B. Hebammen, Physiotherapeut:innen, Podolog:innen)
Stand: August 2023Stand: Februar 2022