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Hintergrund
Bei einer Allergie oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen zählt die Vermeidung der auslösenden Substanz zu den wichtigsten Maßnahmen. Gerade bei Überempfindlichkeitsreaktionen auf Medikamente sollten diese Informationen im Idealfall für alle behandelnden Personen jederzeit und schnell verfügbar sein, um eine möglicherweise lebensbedrohliche Reaktion zu verhindern. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene Person in dem Moment selbst dazu keine Angaben machen kann.
Mit der elektronischen Patientenakte (ePA) wurde ein zentraler Speicherort für die digitale und strukturierte Dokumentation (z.B. in medizinischen Informationsobjekten, kurz MIO) solcher Gesundheitsinformationen geschaffen. Für die Medikationsinformationen eines Versicherten gibt es mit dem bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) bereits eine deutschlandweit, mit allen relevanten medizinischen Fachgesellschaften abgestimmte und standardisierte analoge Vorlage. Auch wenn es bereits von Fachexpert:innen gefordert wird, fehlt etwas Vergleichbares für die Dokumentation von Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen. 1
Hier gilt es eine korrekte, sinnvolle und nutzbare Allergie-Dokumentation in der ePA zu ermöglichen. Zwar gibt es in HL7® FHIR® schon die passende Ressource "AllergyIntolerance", diese muss jedoch an manchen Stellen noch für den Anwendungsfall in der ePA konkretisiert und für den nationalen Kontext angepasst werden.
Dazu fanden ausführliche Abstimmungen unter anderem mit den medizinischen Fachgesellschaften, aber auch Herstellern von Softwaresystemen statt, die sich bereits mit dem Thema der digitalen Dokumentation von Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen beschäftigt haben (jeweils in alphabetischer Reihenfolge):
Medizinische Fachgesellschaften: Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA), Deutscher Apothekerverband (DAV), Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA)
Software-Anbieter: CGM, Dosing, ID Berlin, ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH, MMI Vidal Germany
Folgende Fragen standen dabei im Fokus:
- Welche Informationen und Angaben sind zur Erfassung einer Allergie klinisch relevant?
- Welche Allergene sind im Versorgungsalltag wirklich wichtig? (Mitgestaltung von Wertelisten)
Anwendungsfälle
Konkret könnten die Inhalte sowohl in der ePA (z.B. für das MIO Patientenkurzakte (MIO PKA) oder Krankenhausentlassbrief (MIO KHE)) angewendet, aber auch als Basis zur Allergie-Dokumentation in Primärsystemen genutzt werden.
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KommentierungIn der öffentlichen Kommentierungsphase vom 27. Oktober bis zum 08. Dezember 2025 sind interessierte Personen, Organisationen und Unternehmen eingeladen, beide Inhalte, also Wertelisten und die im Folgenden diskutieren Aspekte, fachlich und technisch zu prüfen. Hier steht die Frage im Mittelpunkt, ob die Ergebnisse in Form der technischen Bereitstellung und für die fachliche Nutzung geeignet ist. Gerne können auch Wünsche und Bedarfe zur Weiterentwicklung für konkrete Anwendungsbeispiele benannt werden. → Die Wertelisten können entweder als FHIR-Package über den zentralen Terminologieserver abgerufen oder in der Direktansicht auf den jeweiligen Seiten eingesehen werden:
→ Zudem werden auf folgenden Seiten über die konkreten Wertelisten hinausgehende Fragen und Aspekte erläutert, die während der Diskussionen und Abstimmungen zusammengekommen sind:
Außerdem bieten das BfArM und die mio42 GmbH Webinare an, bei dem es Gelegenheit zum Austausch geben wird:
Bei Fragen zum Verfahren stehen wir Ihnen unter terminologieserver@bfarm.de und über hello@mio42.de gerne zur Verfügung. |
Hinweise
Im Folgenden werden vor allem medizinisch-fachliche Aspekte diskutiert. Auch wenn die FHIR-Ressource "AllergyIntolerance" als Diskussionsgrundlage verwendet wurde, handelt es sich hier um keine abgeschlossene Spezifikation, sondern lediglich um eine konzeptionelle Vorarbeit für eine solche Spezifikation. Diese kann dann wiederum in MIOs wie der PKA oder dem KHE verwendet werden.
Wir sind bestrebt, sämtliche Punkte zu berücksichtigen. Leider kann es trotzdem sein, dass manche Vorschläge und Ideen nicht direkt umgesetzt werden können. Diese werden in einem Backlog gesammelt, damit sie dann in den Folgeversionen berücksichtigt werden können. Dies gibt uns auch die Möglichkeit Erkenntnisse und Erfahrungen aus der ersten Anwendung mit in die Weiterentwicklung einfließen zu lassen.
1 Brockow K et al. Aberer W, Atanaskovic-Markovic M, Bavbek S, Bircher A, Bilo B, Blanca M, Bonadonna P, Burbach G, Calogiuri G, Caruso C, Celik G, Cernadas J, Chiriac A, Demoly P, Oude Elberink JNG, Fernandez J, Gomes E, Garvey LH, Gooi J, Gotua M, Grosber M, Kauppi P, Kvedariene V, Laguna JJ, Makowska JS, Mosbech H, Nakonechna A, Papadopolous NG, Ring J, Romano A, Rockmann H, Sargur R, Sedlackova L, Sigurdardottir S, Schnyder B, Storaas T, Torres M, Zidarn M, Terreehorst I. Drug allergy passport and other documentation for patients with drug hypersensitivity – An ENDA/EAACI Drug Allergy Interest Group Position Paper. Allergy 2016; 71: 1533–1539Anker quelle1 quelle1
