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Die DIN 25300-1:2018-05 (Prozesse in der Radiologie - Teil 1: Befundung eines bildgebenden oder bildgestützten Verfahrens) legt die in Deutschland angewandte Struktur von Befundberichten in der Radiologie fest. Sie enthält nicht nur international typische Datenpunkte, sondern bezieht auch verpflichtende Angaben im Rahmen der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (RöV) mit ein, welche Ende 2018 in das StrlSchG und die StrlSchV überführt wurden. Nicht enthalten sind Vorgaben/Empfehlungen für den Strukturierungsgrad der einzelnen Angaben (Code bzw. Freitext). |
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Die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) hat für radiologische Befundberichte Befundvorlagen erarbeitet und veröffentlicht, welche dem IHE Dateiformat entsprechen, das in dem Profil "Management of Radiology Report Templates (MRRT)" formuliert ist. Neben einer allgemeinen Vorlage für einen Befundbericht nach DIN 25300-1 wurden Templates für bildgebende Untersuchungen mit spezifischer Fragestellung (z. B. CT-Thorax Lungenembolie) erstellt. Sie stellen für die befundende Person einen fachlich konsentierten Leitfaden dar und sollen sicherstellen, dass der Befundbericht alle für die weitere Behandlung relevanten spezifischen Angaben enthält und diese ggf. strukturiert mit dem Standard FHIR(R), anzugeben sind. |
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Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Uniklinik Köln zusammen mit den Radiologien der Unikliniken Düsseldorf, Mainz, Freiburg, Aarau (CH) und Bochum/JWK Minden, sowie vom Deutschen Krebsforschungs-Zentrum (DKFZ) in Heidelberg haben strukturierte Befundvorlagen zu verschiedenen medizinischen Fragestellungen und Untersuchungsszenarien zusammengestellt und veröffentlicht. Im Gegensatz zu den Befundvorlagen der DRG erfordert der Zugriff auf diese Templates eine Anmeldung auf der Website. |
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Die Medizininformatik-Initiative (MII) hat ein Kerndatensatz-Erweiterungsmodul "Diagnostik | Befunde bildgebender Verfahren" erstellt und zur Kommentierung veröffentlicht. Dieses Modul "beschreibt den allgemeinen Aufbau radiologischer Befunde und bietet ein Datenmodell zur Auswertung und zum Mapping von Bildgebungen sowie Befunddaten für alle gängigen radiologischen Modalitäten. Es umfasst sowohl Informationen aus den DICOM-Headern und bildet radiologische Befundberichte gemäß der DIN 25300-1 Norm der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) ab. Die strukturierte Erfassung dieser Daten unterstützt die Weiterentwicklung diagnostischer Methoden und fördert eine patientenzentrierte Versorgung. Das Kerndatensatzmodul ist flexibel und integriert sowohl unstrukturierte Freitextbefunde als auch semi- oder strukturierte Befunde, wodurch historische und moderne Befundformate unterstützt werden. Besondere Beachtung findet die Verfolgbarkeit klinisch relevanter Entitäten wie Tumorerkrankungen. Zusätzlich werden modalitätsspezifische Attribute mit den Befundbeschreibungen verknüpft, um tiefere technische Einblicke und Patientenselektion für Downstream-Analysen zu ermöglichen" (zitiert aus der zuvor verlinkten Website der MII). |
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"RadLex ist eine kontrollierte Terminologie für die Radiologie, die unter der Federführung der Radiological Society of North America (RSNA) entwickelt wird. Ziel des RadLex ist es, Begriffe zur Verfügung zu stellen, die in Befundberichten verwendet werden können. Ein großer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Anatomie und technischer Durchführung. Erkrankungen werden in RadLex nur dann kodiert, wenn sie in anderen Katalogen, wie z.B. dem ICD-10, nicht aufgeführt sind." (Deutsches RadLex, DRG) Die DRG hat für RadLex eine qualitätsgesicherte Übersetzung erstellt. Darüber hinaus existiert ein umfangreicher Katalog an Codes für bildgebende und bildgestütze Verfahren. Diese sind im Projekt "The LOINC/RSNA Radiology Playbook" zusammengefasst. Mittlerweile wurden die Inhalte und Codes des Projektes umfassend in die Ontologie von LOINC integriert (→ http://playbook.radlex.org/playbook/SearchRadlexAction). |
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Den radiologischen Befundbericht strukturierter zu gestalten und dabei fachliche Standards zu etablieren, ist in Deutschland seit vielen Jahren regelmäßig auch Gegenstand schriftlicher Arbeiten (Publikationen, Dissertationen etc.). Beispielhaft werden hier aufgeführt:
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| title | Arbeiten und Vorgaben im europäischen Ausland |
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Im deutschsprachigen Ausland existiert bereits seit einigen Jahren mit dem e-Befund in der ELGA ein entsprechend vergleichbares Projekt. Zum Zeitpunkt der MIO Entwicklung ist die Version 2.06.4 vom 23.06.2022 die aktuell gültige Version. Der veröffentlichte Implementierungsleitfaden ist in unsere Recherche eingeflossen. Zunächst ist festzuhalten, dass die entscheidenden Unterschiede darin liegen, dass der e-Befund auf dem Standard CDA von HL7® basiert und zum Zeitpunkt der Entwicklung Österreich noch kein Mitglied von SNOMED® International war. Somit finden sich in der o. g. Version noch keine SNOMED CT® Codierungen. Neben administrativen Informationen zu Patient:in, Autor:in, beteiligten Personen, zuweisender Person besteht der Bericht vordergründig aus "Medizinischen Inhalten (CDA Body), Kapitel 6". Hier wird auch die Dokumentenstruktur beschrieben. Die vorhandenen Sections (= Abschnitte) des e-Befund entsprechen weitgehend den in der Praxis üblichen Abschnitten eines Befundberichtes. Tabelle 2: Überblick und Reihenfolge der Sektionen (s. https://wiki.hl7.at/index.php?title=ILF:Befund_bildgebende_Diagnostik, Kapitel 6.1.3)
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Für die Niederlande existiert nach unseren Kenntnissen kein explizites Projekt für "Bildbefunde". Von Nictiz (https://nictiz.nl/about-nictiz/) auf Simplifier (https://simplifier.net/packages/nictiz.fhir.nl.r4.nl-core/0.10.0-beta.1/files/2195110/~overview) veröffentlicht ist bisher ein FHIR® DiagnosticReport Profil (http://nictiz.nl/fhir/StructureDefinition/nl-core-TextResult) mit einem Beispiel für einen Röntgenbefund (https://simplifier.net/packages/nictiz.fhir.nl.r4.nl-core/0.10.0-beta.1/files/2195112/~overview). Im entsprechenden ValueSet für die Beschreibung des Bericht-Typs sind bildgebende und bildgestützte Verfahren eingebunden (https://simplifier.net/packages/nictiz.fhir.nl.r4.zib2020/0.10.0-beta.1/files/2194438). Die Codierung erfolgt mit SNOMED CT® an dieser Stelle. |
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Im UK Core IG besteht ein FHIR® Profil DiagnosticReport (https://simplifier.net/guide/uk-core-implementation-guide-stu3-sequence/Home/ProfilesandExtensions/Profile-UKCore-DiagnosticReport?version=1.7.0). Dieses schließt vom Typ auch "Diagnostic studies report" ein. Die Codierung erfolgt mit SNOMED CT® an dieser Stelle. |
- Prüfen insbesondere: HL7/FHIR im Ausland, z.B. Niederlande?
- ELGA Radiologiebefund (CDA) erwähnen
- Wenn möglich erwähnen, ob FHIR genutzt wird sowie ob die Inhalte kodiert werden und wenn ja, mit welchem Code-System.
- FHIR DiagnosticReport sehr allgemein für unterschiedliche Diagnostik https://build.fhir.org/diagnosticreport.html
- EHDS ab 05.04.2022 durch die Europäische Kommission
| title | Arbeiten und Vorgaben im nicht europäischen Ausland |
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Im US-Core ist ein IG zu Mammografiebefunden vorhanden. Dieser basiert u. a. auf dem FHIR® Profil DiagnosticReport (https://simplifier.net/packages/hl7.fhir.us.breast-radiology/0.2.0/files/784442). Darüber hinaus ist ein generelles DiagnosticReport Profil vorhanden (https://www.hl7.org/fhir/us/core/StructureDefinition-us-core-diagnosticreport-note.html). Welches auch radiologische Befunde einschließt (https://simplifier.net/packages/hl7.fhir.us.core/6.1.0/files/2080280). |
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DICOM bildet seit vielen vielen Jahren den Standard für bildgebende und bildgestütze Verfahren. Durch die große, internationale Verbreitung wurde erreicht, dass radiologische Bilddaten weltweit auf einem gemeinsamen Standard basierend erzeugt und verarbeteitet werden können. DICOM selbst stellt auch Templates für Berichte zu Verfügung. Diese DICOM-Structured-Reports (DICOM-SR, https://dicom.nema.org/dicom/2013/output/chtml/part20/sect_A.3.html) stehen für verschiedene Anwendungsfälle zur Verfügung und bestehen in der Regel aus einem Dokumentenkopf (Header) und einem Dokumentenkörper (Body). Der Header enthält Metadaten. Der Body enthält Module, welche jeweils die relevanten fachlichen Informationen enthalten können. |
- Wenn möglich erwähnen, ob FHIR genutzt wird sowie ob die Inhalte kodiert werden und wenn ja, mit welchem Code-System.
- DICOM TID 2006 / TID 2000 → Mapping zur leichteren Integration?!
- DICOM controlled terminology (DICOM Pt. 16, Annex D)
- RadLex int. (s.o.)
- LOINC/RSNA Radiology Playbook
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Es existieren bereits mehrere Arbeiten im In- und Ausland, die das Bestreben, die Ergebnisse bildgebender Untersuchungen/Behandlungen strukturierter zu dokumentieren, sehr gut unterstützen. Diese haben jedoch in Deutschland noch keine flächendeckende Verbreitung in den Primärsystemen der Anwender:innen gefunden. Insbesondere die DIN 25300-1 eignet sich als Arbeitsgrundlage für die Mindestanforderung der im MIO Bildbefund abzubildenden Mindestinhalte und seiner strukturellen Gliederung. Die international bereits genutzten Codesysteme LOINC und SNOMED CT enthalten sehr gut geeignete Valuesets für eine Strukturierung einzelner Inhaltsangaben des MIO Bildbefund und sollten insbesondere vor dem Hintergrund der künftig über den EHDS angestrebten Harmonisierung nunmehr Einzug in eine digital gestützte Gesundheitsversorgung und Forschung in Deutschland erhalten. Da diese untereinander inhaltlich weitgehend übereinstimmen, müssten für eine Umsetzung der EHDS-Vorgaben vermutlich lediglich einzelne gesetzliche Vorgaben für Deutschland angepasst werden. Seitens der mio42 GmbH existiert zudem das Bestreben, das MIO Bildbefund bei den deckungsgleichen Inhaltsangaben mit anderen exisitierenden HL7/FHIR-Spezifikationen zu harmonisieren (z. B. MII Kerndatensatz-Erweiterungsmodul), um eine größtmögliche Interoperabilität herzustellen. |
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| title | Querverweise |
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- Deutsches RadLex: https://www.befundung.drg.de/de-DE/4327/deutsches-radlex/
- DICOM TID 2000/2006: https://dicom.nema.org/medical/dicom/current/output/chtml/part16/chapter_A.html#sect_TID_2006
- LOINC/RSNA Radiology Playbook: https://loinc.org/kb/users-guide/loinc-rsna-radiology-playbook-user-guide/
- LOINC/RSNA Radiology Playbook Browser: http://playbook.radlex.org/playbook/SearchRadlexAction
- RadLex-Term-Browser: http://radlex.org
- Medizininformatik-Initiative: https://www.medizininformatik-initiative.de/de/start
- Strahlenschutzgesetz (StrlSchG): https://www.gesetze-im-internet.de/strlschg/
- Strahlenschutzverordnung (StrlSchV): https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/
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Fazit
Es existieren bereits mehrere Arbeiten im In- und Ausland, die das Bestreben, die Ergebnisse bildgebender Untersuchungen/Behandlungen strukturierter zu dokumentieren, sehr gut unterstützen. Diese haben jedoch in Deutschland noch keine flächendeckende Verbreitung in den Primärsystemen der Anwender:innen gefunden. Insbesondere die DIN 25300-1 eignet sich als Arbeitsgrundlage für die Mindestanforderung der im MIO Bildbefund abzubildenden Mindestinhalte und seiner strukturellen Gliederung. Die international bereits genutzten Codesysteme LOINC® und SNOMED CT® enthalten sehr gut geeignete Valuesets für eine Strukturierung einzelner Inhaltsangaben des MIO Bildbefund und sollten insbesondere vor dem Hintergrund der künftig über den EHDS angestrebten Harmonisierung nunmehr Einzug in eine digital gestützte Gesundheitsversorgung und Forschung in Deutschland erhalten. Da diese untereinander inhaltlich weitgehend übereinstimmen, müssten für eine Umsetzung der EHDS-Vorgaben vermutlich lediglich einzelne gesetzliche Vorgaben für Deutschland angepasst werden. Seitens der mio42 GmbH existiert zudem das Bestreben, das MIO Bildbefund bei den deckungsgleichen Inhaltsangaben mit anderen exisitierenden HL7®/FHIR®-Spezifikationen zu harmonisieren (z. B. MII Kerndatensatz-Erweiterungsmodul), um eine größtmögliche Interoperabilität herzustellen.